Pflegetipps für Teichfische

Pflege-Tipps für Teichfische - Damit Sie an Ihren neuen Fischen lange Freude haben

Transport und Eingewöhnung 
Wir verpacken Ihre neuen Fische professionell in einen Plastikbeutel mit reinem Sauerstoff. So können die Fische bis zu 48 Stunden transportiert werden. Aber: Während des Transportes darf sich das Transportwasser nicht erwärmen, also den Beutel auf keinen Fall in die Sonne legen. Während des Transportes legen Sie den Beutel bitte flach hin, so kann sich mehr Sauerstoff im Wasser lösen.
Am Teich müssen Sie die Fische vorsichtig an das neue Wasser gewöhnen.
Fische sind wechselwarme Tiere, d.h. der Stoffwechsel passt sich an die Wassertemperturen an. Kaufen Sie Fische erst, wenn es warm genug ist. Importierte Fische wie Koi, Wimpelkarpfen, Drachenfische sollten nicht unter 15° C Wassertemperatur eingewöhnt  bzw. eingesetzt werden!
Temperturschwankungen von mehr als 2-3° C pro Tag(!) können zu Gesundheitsschäden und noch nach Tagen zum Tod führen!
  • 1. Möglichkeit: Legen Sie den Beutel geschlossen an einer schattigen Stelle für 1 Stunde auf das Wasser. In der Sonne würde sich der Beutel aufheizen. Danach hat sich die Temperatur des Transportbeutels mit der Teichtemperatur angeglichen. Jetzt öffnen Sie den Beutel und füllen etwa 50 % Teichwasser hinein und warten weitere 10 Minuten(!). Nun können Sie die Fische aus dem Beutel in den Teich schwimmen lassen.
  • 2. Möglichkeit (besser): An einem schattigen Platz stellen Sie eine saubere Wanne mit etwas Teichwasser und verfahren wie oben beschrieben, füllen aber alle 20 Minuten einen Eimer Teichwasser hinzu. So können sich die Fische noch besser an Ihr Wasser gewöhnen. Nach 3-4maligem Auffüllen lassen Sie die Fische aus der Wanne in den Teich schwimmen.
  • 3. Möglichkeit (die Beste und Sicherste): Bereiten Sie ein Quarantänebecken vor. Dieses muss gross genug für die neuen Fische sein und natürlich wie der Teich auch, mit einer ausreichend grossen Filter- und Sauerstoffanlage ausgestattet sein. In das Quarantänebecken füllen Sie Ihr Teichwasser und gewöhnen die neuen Fische wie oben beschrieben ein. Ist nach einer Woche alles in Ordnung setzen Sie 1 oder 2 Ihrer alten Fische zu den neuen Fischen in das Quarantänebecken. So können Sie testen, ob es in Ihrem Teich Krankheitskeime gibt, die die neuen Fische nicht vertragen. Ist nach weiteren 2-3 Wochen alles in Ordnung, können die Fische in den Teich. Sollten in der Quarantäne die alten Fische erkranken könnte es sein, dass die neuen Fische Keime haben, die die alten nicht vertragen. Erkranken die neuen Fische, haben Sie Keime mit den alten Fischen aus dem Teich in das Quarantänebecken gebracht.
Krankheitskeime (Parasiten, Bakterien usw.) kommen in jedem Teich und an jedem Fisch vor. Eingewöhnte und gesunde Fische sind dagegen immun. Neue Fische die durch den Verkauf, den Transport usw. gestresst sind, sind dagegen sehr anfällig gegen solche Krankheitskeime.
Der Teich (oder auch das Quarantänebecken) sollte den neuen Fische einen Versteckplatz bieten, wo sie ihren Stress abbauen können.
Um den Stress abbauen zu können, benötigen Fische mehrere Tage!

Artgerechte Haltung
Halten Sie Ihre Fische artgerecht in ausreichend grossen Teichen! Bedenken Sie beim Kauf die Endgrösse Ihrer Fische!
Kleine Biotopfische wie Bitterlinge, Moderließchen, Gründlinge usw. können Sie in kleinen Teichen ab 200 Liter Beckeninhalt halten, aber auch hier bitte das Wasser filtern.
Goldfische und Goldfischartige (Shubunkin, Sarasa) sollten schon mind. 1000 Liter Beckeninhalt haben. Diese Fische können weit über 20 cm gross werden.
Bei Koi muss man mit einer Endgrösse von 80 cm rechnen, deshalb sollte der Teich für den ersten Fisch mindestens 5000 Liter fassen, für jeden weiteren mindestens 2000 Liter zusätzlich. Hier ist eine Filterung ganz besonders wichtig. Als Jungfische brauchen sie sicherlich weniger Platz, aber diese auch diese Fische werden einmal groß!
Teichfische passen sich nicht der Teichgrösse an, dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube! Sie verkümmern in zu kleinen Teichen!
Störe sind starke Schwimmer aus Fließgewässern die sehr groß werden (einige Arten sogar über 2 Meter). Ddeshalb brauchen Sie sehr viel Platz. 20.000 Liter Beckeninhalt sind absolutes Minimum. Kleine Teiche sind nicht artgerecht für Störe! Störe sind sehr sauerstoffbedürftig, deshalb vor allem im Sommer sehr gut belüften! Kleine Störe können sich mit ihrer rauen Haut in längeren Fadenalgen einwickeln und sich nicht mehr befreien. Da sie auch nicht rückwärts schwimmen können, würden diese bei nicht rechzeitiger Auffindung sterben.
Störe sind langsame Fresser und verhungern in vielen Teichen, da alle anderen Fische ihnen das Futter wegfressen. Störe sind auch im Winter aktiv und müssen auch dann gefüttert werden!
Tipp: Stellen Sie ein PVC-Rohr zur Störfütterung in den Teich. Somit kann das Störfutter schon beim absinken nicht von anderen Fischen gefressen werden.
 
Teiche sind keine natürlichen Gewässer! Teiche sind wie grosse Aquarien und müssen gefiltert und ausreichend belüftet werden.
  • Fische in ungefilterten Teichen schwimmen in ihrer eigenen Toilette!
  • Umwälzpumpen, Springbrunnen oder Wasserfälle sind keine Filter!
  • Ein Filter muss für die Fischmenge ausreichend gross sein.
  • Die Literangaben auf preiswerte Billigfilter gelten für Teiche ohne Fische!
  • Testen Sie regelmässig Ihr Wasser!
  • Die wichtigsten Werte: ph-Wert, Karbonathärte, Nitrit und Nitrat, Ammonium.
  • Benutzen Sie kein Regenwasser!!
  • Brunnenwasser muss mehrmals jährlich getestet werden!
Faustregel:
Pro Kilogramm Fisch 5-10qm Biofilm (Bakterienrasen im Filter), das entspricht z.B. 30l Kies oder 20l Schaumstoff als Filtermaterial und das nur, bei guter Vorfilterung. Wir beraten Sie gerne.

Testen Sie Ihr Wasser morgens, dann ist die Wasserqualität meist am schlechtesten.
Wenn Sie uns Wasser zum Test bringen (kostenlos bei Kauf von Fischen, sonst 5,- €), dann bitte in einem sauberen Behälter ohne Luft!!! Den Behälter dann unter Wasser verschliessen und bringen Sie uns auch Ihr Ausgangswasser (Leitung, Brunnen usw.) zum Vergleich mit.
Sauberes Wasser bedeutet nicht gleich gutes Wasser, denn reines Ammoniak ist auch glasklar!!
99% aller Gartenteiche sind mit Fischen überbesetzt. Es sind also keine natürlichen Gewässer, die sich selbst reinigen können. Filtern Sie Ihr Wasser!!

Ernährung
Hier unterscheiden wir die alleinige Fütterung mit Kunstfutter z.B. in Klarwasserteichen ohne Bodengrund und Pflanzen und die zusätzliche Fütterung in naturähnlichen Teichen, in denen die Fische auch Naturnahrung wie Wasserflöhe, Algen oder Mückenlarven usw. finden.
Grundsätzlich gilt: Je nach Wassertemperatur frisst der Fisch täglich etwa 1-2 % seines eignen Körpergewichts, beispielsweise ein Koi mit 2 kg Gewicht (ca. 50 cm groß) frisst am Tag bis zu 40 g Futter. Diese Verdauungsprodukte werden in gleicher Menge auch wieder ausgeschieden und müssen aus dem Wasser durch die Filterung wieder raus. Dieses Futter muss dem Fisch zugeführt werden.
In naturähnlichen Teichen muss man aber von der  Futtermenge die Naturnahrung abziehen.
Füttern Sie mehrmals täglich in kleinen Portionen. Die Fische müssen das Futter innerhalb 1-3 Minuten verzehrt haben, sonst war es zuviel Futter. Es ist falsch das Fische im Winter nicht fressen. Nur weit weniger als im Sommer. Füttern Sie die Fische auch im Winter allerdings nur in sehr kleinen Portionen und bei guter Filterung mit fetthaltigem Futter das auf den Boden sinkt. Je niedriger die Wassertemperatur ist, desto weniger arbeitet der Filter und das Verdauungssystem der Fische.
Ohne Filterung nicht füttern! Das Wasser kann die Futterreste, den Kot und andere organische Substanzen nicht abbauen! Das kann im Winter tödlich enden.
Koi- und Goldfischfutter sollte ca. 30-35 % Proteine und ca. 10-15 % Fett enthalten. Handelsübliches Fischfutter enthält meist aber zu wenig Fett, da es teurer ist und dadurch schneller ranzig werden würde.
Füttern Sie abwechslungsreich! Es gibt kein Futter das alle Nährstoffe und Vitamine für den Fisch enthält. Zusätzlich geben Sie Vitamine (z.B. eine halbe Orange in den Teich legen), Eiweiss und Fett (Seidenraupen, Insekten) und Mineralien (Tonerde) in den Teich. Sie können auch etwas Sonnenblumenöl, Vitamine und Mineralien unter Ihr Futter mischen.

Krankheiten
Die Ursachen für Krankheiten sind zum grössten Anteil die Umwelt(Teich)bedingungen, zu einem grossen Anteil die falsche Ernährung, zu sehr geringen Anteilen der Fisch (Erbschäden) und die Krankheitskeime (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten).
Wenn Ihre Fische durch Krankheiten sterben, ist in den seltensten Fällen der Händler oder der Züchter, der Fisch selbst oder das falsche Medikament schuld. Die Schuld hat in den meisten Fällen der Teich und seine Bedingungen.
Gerade Koi sind keine natürlichen Fische, sondern Hochzuchtprodukte. Mit den schönen Farben hat man ihnen leider auch die höhere Empfindlichkeit angezüchtet. Dementsprechend kann man sie auch nicht wie einen Wildkarpfen behandeln.
Krankheitskeime kommen in jedem Gewässer, jedem Gartenteich, sogar in jeder Pfütze vor. Wichtig ist wie sehr sich der Fisch dagegen schützen kann. Eingelebte, gut ernährte Fische können mit diesen Keimen umgehen und sind durch ihre Schleimhaut dagegen geschützt. Sie sind fast immun. Erst durch Stress und falsche Haltung sind Sie geschwächt und daher auch anfällig. Die Ursache hierfür kann der Transport, die zu enge Haltung im Teich, die Wasserqualität (klares Wasser bedeutet nicht gutes Wasser) und/oder die falsche Ernährung sein.
Auch gibt es von jeder Herkunft der Fische verschiedene krankmachende Keime. Ein Fisch aus Japan ist gegen japanische Bakterien immun, gegen deutsche Bakterien vielleicht nicht. Wenn neue Fische erkranken, ist oft nicht der neue Fisch schuld, sondern die Bakterien und Parasiten der bereits vorhandenen Fische, gegen die der neue Fisch noch keine Abwehrkräfte hat.
Die Immunabwehr des Fisches arbeitet erst ab 16° C und deshalb werden die Fische meist im Frühjahr krank, da sich Parasiten schon ab 4° C vermehren.
Behandeln Sie nicht nur die Krankheit selbst, sondern auch die Ursachen für die Erkrankung!
Setzen Sie erst Medikamente ein, wenn eine sichere Diagnose gestellt wurde. Es gibt ebenso viele verschiedene Krankheiten bei Fischen wie auch bei Menschen! Nur mit einer sicheren Diagnose kann das richtige Medikament gegeben werden.
Tipp: Bekämpfen Sie einmal vorm Winter und einmal nach dem Winter die Parasiten im Teich.

Wir beraten Sie bei allem sehr gern, auch telefonisch!