Herzlich Willkommen beim Onlineshop der Fischfarm Schubert

KHV (Koi-Herpes-Virus)

Aus aktuellem Anlass und aufgrund einiger Nachfragen:
Im Dezember 2018 wurden mal wieder bei einigen Koi-Importen aus Japan und auch bei einigen Züchtern in Japan direkt KHV (Koi Herpes Virus) nachgewiesen.
Wir verkaufen seit fast 9 Jahren keine Koi aus Japan,
da es dort immer wieder zu Fällen kommt!
Unsere importierten Koi stammen nur von der Hazorea Koi Farm aus Israel, die Farm ist eine der größten Koifarmen der Welt und verkauft etwa 1 Million Koi jährlich weltweit und hatte als erste Farm den offiziellen Status "Seuchenfrei". Es gibt wohl kaum ein Farm, die besser kontrolliert wird. Auf dieser Farm werden in geschlossenen Kreisläufen sogenannte SBS  Koi produziert. Die Fische werden dort NICHT gegen KHV geimpft! weiter Infos zu Hazorea (leider auf Englisch) http://www.hazorea-aquatics.com/art.aspx?a=23 
Obwohl diese Fische bereits kontrolliert wurden, testen wir unsere Fische ebenfalls auf KHV. Zusätzlich wird unsere Anlage mehrfach jährlich von einem Tierarzt und auch vom Veterinäramt kontrolliert, die Testergebnisse hängen öffentlich im Koihaus aus. Übrigens würde KHV von den Laboren den Ämtern gemeldet und unser Betrieb von Amtswegen geschlossen werden.
Wir haben bei uns 3 Koihäuser, eines in Dötlingen als Quarantäne und Aufzucht, wo wir über eine Biogasanlage das Wasser auf ca. 24-26°C aufheizen und die Fische testen und auch aufziehen, bis sie in den Verkauf kommen.
Die beiden Koihäuser bei unserem Geschäft sind getrennt von anderen Fischen, eines für den Ladenverkauf, eines für die Bilderfische im Internetshop.
Neben den Koi von Hazorea züchten wir einen kleinen Teil Koi selbst im Teich und im Warmwasserhaus. (unsere Euro-Koi oder B-Koi)

Im Shop und im Laden ist gekennzeichnet, ob der Koi von Hazorea oder aus eigener Produktion stammt.



Zu KHV und Quarantäne:

KHV (Koi-Herpes-Virus) ist eine Krankheit, an der nur Koi und Karpfen sterben. Andere Fische können den Erreger allerdings verbreiten.
Der Virus tritt vor allem bei Wassertemperaturen ab 15°C auf, die größten Probleme gibt es zwischen 20-25°C, ab 30°C arbeitet das Virus nicht mehr. Oft kommt es zu den Verlusten ca. 10-14 Tagen, nachdem man neue Fische eingesetzt hat. Das Virus kann aber zeitlebens auch im Koi "schlummern" und erst nach Jahren ausbrechen. Das ist ähnlich dem Lippenherpes beim Menschen. Damit sind die meisten Menschen infiziert, trotzdem bricht es erst nach Jahren aus. Es gibt immer wieder Fälle, wo KHV im Teich ausgebrochen ist, obwohl jahrelang keine neuen Fische eingesetzt wurden.
Die typischen Erkennungsmerkmale am Koi: er steht anfangs apathisch alleine im Wasser und schwimmt kaum noch, magert sehr schnell ab, bekommt oft eingefallene Augen, die Kiemen werden regelrecht zerfressen und bekommen braune, manchmal grünliche Flecken. Der Fisch stirbt innerhalb von 1-2 Tagen. (Diese Merkmale gibt es aber auch bei anderen Krankheiten!!!)

Um Koi auf KHV zu testen, wird in speziellen Laboren eine sogenannte PCR-Analyse durchgeführt. Um einigermaßen sichere Ergebnisse zu bekommen, muss dazu der Fisch getötet werden. Man kann auch eine Kiemenprobe vom lebenden Fisch untersuchen, diese Ergebnisse sind aber nicht so sicher.
Es gibt trotzdem bei der PCR-Analyse keine 100%igen Ergebnisse, da sich das Virus oft im Fisch "versteckt".

Bei uns werden alle neuen Koi mind. 2-4 Wochen bei Wassertemperaturen von ca. 20-25°C in Quarantäne gesetzt und jede Partie stichprobenartig getestet. Trotzdem können wir keine 100%ig KHV -Freiheit-Garantie geben, da die PCR-Analysen nicht 100%ig sind und wir logischerweise nicht alle Fische töten können.

Es gibt inzwischen kein Land mehr, in dem es kein KHV gibt.

So sieht es in den verschiedenen Herkunftsländern aus:

In Japan

Japan gilt als Ursprung der Koi und von dort kommen auch die besten Koi. Aber aus Japan werden im Vergleich zu anderen Ländern relativ wenige Koi importiert. In Japan gibt es Hunderte von Koizüchtern. Da jeder Koizüchter nur wenige Farben züchtet, dafür in höherer Qualität, müssen Importeure und manchmal schon die japanischen Exporteure die Koi von mehrene Züchtern beziehen, damit man hier in Deutschland verschiedene Farben anbieten kann. Das erhöht natürlich das Risiko. In Japan wurde schon bei einigen Züchtern Koi nachgewiesen und es kam auch zu größeren KHV-Ausbrüchen. Wir selbst hatten 2010 bei Japan-Koi KHV positive Fische dabei. Seitdem lassen wir die Finger von Koi aus Japan.


In Israel gab es 1998 große Verluste durch KHV. Aber daraufhin wurde dort  KHV erforscht und es wurde versucht, was dagegen zu unternehmen. Zuerst hat man immunsiert, d.h. die Koi wurden absichtlich mit KHV infiziert und dann wärmebehandelt, sodass die Koi immun waren. Aber diese Koi waren dann Träger von KHV. Seit 2006 wird nicht mehr immunisiert!
Jetzt geht man dort 2 Wege:
Einige Farmen impfen die Koi gegen KHV. Dieser Impfstoff ist eine abgeschwächte Variante vom Virus. Durch den Impfttoff kann kein KHV übertragen werden. Es gibt noch keinen nachgewiesenen Fall von KHV durch den Impfstoff. Dieser Impftstoff ist aber in der EU nicht zugelassen, deshalb kann man hier nicht impfen.

Nur durch die Impfung wird KHV nicht verbreitet, wie oft behauptet wird, sondern höchstens nur, wenn der Koi gleichzeitig mit mit echten Erreger infiziert ist! Aber selbst das wurde bisher nie nachgewiesen.

Viele Farmen in Israel sind einen anderen Weg gegangen. Dort wird NICHT geimpft. Dort werden in riesigen Innenanlagen sogenannte SBS (Security Biol. Sytem) Koi produziert. Dort herrschen große Sicherheitsauflagen. Diese SBS-Koi sind die wohl meistverkauften Koi in Deutschland. Die größte Farm Hazorea produziert alleine 8-9 Millionen Fische pro Jahr und ist als erste Koifarm weltweit als Seuchenfrei anerkannt worden!
Von dieser Farm bekommen wir unsere Koi.



In Deutschland 
ist
KHV weit verbreitet (s.Artikel unten) man geht davon aus, das die meisten öffentlichen Gewässer KHV Kontakt haben und wohl auch die Gartenteiche zu 10-20% KHV Kontakt hatten. KHV ist hier nicht mehr aufzuhalten und man muss immer damit rechnen. 2014 sind einige KHV Ausbrüche in Deutschland bekannt geworden, obwohl jahrelang keine neuen Fische dazugesetzt wurden. Laut Untersuchungen der Uni Münster aus 2011 hatten inzwischen  mind. 60% der öffentlichen Gewässer KHV Kontakt!

In der EU gibt es eine Meldepflicht für KHV, d.h. wurde KHV durch ein Labor nachgewiesen, muss das zuständige Veterinäramt informiert werden.
Dann wird der Teich gesperrt, es darf kein Fisch den Teich verlassen oder hinzugestzt werden. Diese Sperre kann man nur aufheben, wenn man freiwiliig alle Fische tötet und den Teich desinfiziert.
Jeder Amtstierarzt kann dies aber selbst entscheiden und inzwischen gibt es immer mehr Amtstierärzte, die eingesehen haben, das sowieso Deutschland schon durchseucht ist und eine Keulung und die Fischseuchenverordung sinnlos ist. Somit entscheiden einige Amtstierärtzte schon lockerer. Dazu kommt, dass die Testergebnisse nicht 100%ig sicher sind. Bei negativ getesteten Fischen kann sich das Virus trotzdem verstecken, es gab schon oft Fälle, wo die Fische 2x negativ waren und beim 3.Test positiv.
Positiv getestete Fische sind meist auch positiv, es gab aber auch Fälle wo der Test auf das verwandte Virus der Schlafkrankheit der Koi positiv angeschlagen hat. Die Schlafkrankeit der Koi ist auch schlimm, aber behandelbar.
Auch reagiert der Test bei geimpften Fische manchmal positiv auf den Impftstoff, obwohl die Fische kein KHV haben.
Die Dunkelziffer bei KHV liegt um ein vielfaches höher als die nachgewiesenen Fälle. Inzwischen sterben oft auch nur vereinzelt Koi an KHV bei einem Ausbruch, da die Fische über die Jahre selbst immun geworden sind.

In vielen anderen EU Länder wird das inzwischen anders geregelt, dort wird nicht mehr gekeult.

Unser Betrieb wird regelmäßig durch ein freies Labor, durch unser Veterinäramt und durch das Landesamt für Verbraucherschutz kontrolliert! Mehfach jährlich wird unsere konplette Anlage von einem Tierarzt kontrolliert. Die Befunde hängen in unserem Koihaus zur Einsicht aus.


Trotzdem:
Kunden sollten beim Koikauf immer eine Quarantäne über mind. 3 Wochen mit mindestens einem zusätzlichen Fisch aus dem Altbestand durchführen. Dies gilt insbesondere für den Mitimport.


wir lassen unsere Koi testen: (von diesen Befunden bekommen wir duzende jährlich, wir können deshalb nicht immer alle hier ständig aktualisieren, die Befunde hängen aber ebenfalls zur Einsicht im Koihaus aus)